Mai - Juni 2001
4. Turkish-German Joint Geodetic Days unter FIG
Beteiligung
© Zeitschrift für Vermessungswesen, DVW 3/2001
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Teilnehmer des Symposiums in Berlin. |
Die wissenschaftliche und technische Zusammenarbeit zwischen der
Türkei und Deutschland hat langjährige Tradition. Ein Ausdruck dessen
sind die Turkish-German Joint Geodetic Days, die seit 1995 im
Zweijahresrhythmus wechselweise von den Partneruniversitäten TU Istanbul
und TU Berlin ausgerichtet werden. Ziel der diesjährigen vierten
Veranstaltung, die am 3.-6.4.2001 in Berlin stattfand, war die
Intensivierung von Kontakten zwischen Wissenschaftlern und Experten aus
den Gebieten Ingenieurgeodäsie und GPS-Anwendungen, Photogrammetrie und
Fernerkundung, Geoinformationssysteme sowie Katastervermessung. Die
Organisatoren möchten zu mehr Kooperation zwischen den Fachbereichen und
den dazugehörigen Institutionen anregen.
So wurde die Veranstaltung denn auch von verschiedenen
Interessenvertretungen unterstützt. Neben den türkischen und deutschen
Verbänden für Vermessungswesen sowie für Photogrammetrie und
Fernerkundung beteiligten sich auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft
und die internationalen Vereinigungen FIG, IAG und ISPRS an der
Veranstaltung.
Im Organisationskommitee: Prof. Orhan Altan (TU Istanbul),
Mitglied der FIG-Kommission 5 und Vice-Chair der Working Group 5.3
Kinematic and Integrated Positioning Systems sowie Prof. Lothar
Gründig und Frank Gielsdorf (TU Berlin), Mitglieder der FIG-Kommission
6 und Chair bzw. Vice-Chair der Working Group 6.5 Facility Management
Systems.
Prof. Bertold Witte (Universität Bonn), der als Chairman die
Session über Engineering Surveys moderierte, wird in Kürze ausführlich
über die Veranstaltung berichten.
Regionalisierung trotz Globalisierung
Die Turkish-German Joint Geodetic Days sind ein hervorragendes Beispiel
für eine gelungene Umsetzung der Zielsetzungen der FIG. Nach dem Motto
"Regionalisierung trotz Globalisierung" strebt die FIG
eine Stärkung regionaler Aktivitäten an, um in kleinerem Rahmen Anreize
zu internationalem Austausch zu schaffen. Neben den zahlreichen
türkischen und deutschen Teilnehmern waren 24 der insgesamt 120 Gäste
aus anderen Nationen angereist.
Kooperation zwischen Fachbereichen
Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist die Förderung des Austauschs
zwischen den verschiedenen Fachbereichen. Vor dem Hintergrund der sich
wandelnden Aufgaben wird der Aspekt Kooperation in Zukunft immer
stärkeres Gewicht erlangen, um den Herausforderungen gewachsen zu sein.
Dies wird unter Umständen auch seinen Niederschlag in der
Kommissionsstruktur finden, die derzeit von der FIG-Task Force on
Commission Structure untersucht wird. Ein erstes Interimspapier der Task
Force wird auf der FIG Working Week in Seoul diskutiert werden. Angesichts
der Berliner Veranstaltung erstaunt es nicht, dass von den (Vice-)Chairmen
der Kommissionen 5 und 6 Jean-Marie Becker, Matt Higgins und
Michel Mayoud bereits ausführliche Kommentare zu diesem Papier
vorliegen.
Austausch zwischen Universitäten
Die Turkish-German Joint Geodetic Days waren stark akademisch geprägt.
Die Veranstaltung machte ein großes Interesse an internationalem
Austausch deutlich. Zur Förderung dieses Austauschs baut die FIG seit der
Einführung der academic membership ein Netzwerk auf, dem derzeit 35
Hochschulen aus 25 Ländern angehören. Aus Deutschland haben sich bisher
neben der TU München die Fachhochschulen Anhalt und Oldenburg dem FIG-Netzwerk
angeschlossen.
Das jüngste deutsche FIG-academic member, die Hochschule Anhalt,
Fachbereich Vermessungswesen, sieht die Mitgliedschaft als Sprungbrett in
das internationale Vermessungswesen. Der noch junge, 1993 am Standort
Dessau neu eingerichtete Fachbereich verfügt noch nicht wie die beiden
traditionell stark international engagierten älteren Hochschulstandorte
Bernburg (Landwirtschaft) und Köthen (Ingenieurwissenschaften) über
ausgeprägte Auslandskontakte. Die FIG-Mitgliedschaft bietet daher beste
Möglichkeiten für eine vielfältige Kontaktaufnahme.
FIG Office
7 Juli 2001 |